Streik in Kindertagesstätten

Kurzinfo: Streik der Erzieherinnen und Erzieher an Kindertagesstätten in NRW

Ab Montag, 11. Mai 2015 streiken nach Bahn, Post und vielen Nahverkehrsunternehmen auch bundesweit die kommunalen Kitas – und das aktuell unbefristet. Am Mittwoch hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in einer Urabstimmung mit 93,44 Prozent ihrer Mitglieder Streiks in den Kindertagesstätten beschlossen.

Im Grunde genommen kann man die Argumente der Gewerkschaft verstehen: die Anforderungen an Fähigkeiten, Leistung und nicht zuletzt Ausbildungszeit werden immer höher, die Bezahlung bleibt aber weiter – wie so häufig in „sozialen Berufen“ hinter der Prämisse „angemessen“ zurück. Gescheitert ist man vor allem in den  „Verhandlungen zur Eingruppierung und der notwendigen Aufwertung der frühkindlichen Pädagogik“, die durch die Arbeitgeberseite bereits seit 2009 zugesagt aber nie umgesetzt wurde. Sowohl der Jugendamtselternbeirat in Lohmar (JAEB) als auch der Landeselternbeirat (LEB) in NRW zeigen sich solidarisch mit den angemessenen Forderungen der Beschäftigten.

Es zeigt sich leider wieder einmal, dass der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) hierbei den größeren Anteil am Scheitern der Verhandlungen trägt. Der Hinweis direkt  nach den Verhandlungen, dass eine Lohnanpassung unmittelbar in die Elternbeiträge einfließen würde, ist nicht nur Polemik, sondern auch ein völlig paradox wirkendes Eingeständnis der Unfähigkeit von zielgerichteter Familien- und Bildungspolitik von Verwaltung und Politik, die ja  durchaus die Bedeutung der Kitas in der frühkindlichen Erziehung erkannt hat und diese offiziell fördern will.

Der LEB geht sogar so weit, dass er hier anregt, den Koalitionsvertrag zwischen den Parteien der Landesregierung endlich auch zu leben: dort steht festgeschrieben, dass Bildung in Kitas beitragsfrei angeboten werden müsse. (Koalitionsvertrag S. 12, Zeile 18, http://www.nrwspd.de/html/30578/welcome/Koalitionsvertrag-2012-2017.html)

Wir möchten betonen, dass wir den Wunsch der Beschäftigten nach Aufwertung unterstützen. Der gesellschaftliche Auftrag in der frühkindlichen Erziehung, den diese Berufsgruppe mit viel Herzblut und Engagement unter schwierigen Bedingungen (Stichwort Personalschlüssel) umsetzt, muss entsprechend fair vergütet werden. Der Beruf muss attraktiver werden, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken und den weiteren Ausbau von Betreuungsplätzen umsetzen zu können.

Nach Aussage der Stadt Lohmar, Jugendamt, erfolgt derzeit eine Abfrage bei den Beschäftigten in Lohmarer Kindertages-Einrichtungen, ob gestreikt wird. Hier gilt es also noch abzuwarten. Bei aller Solidarität würde uns die Aussicht vor allem aus dem Blickwinkel unserer Kinder beruhigen, wenn diese sich nicht auf ungewohnte „Notgruppen“ einlassen müssen. Der JAEB Lohmar bleibt hier für Sie weiterhin am Ball.

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